Die Zukunft unserer Arbeitswelt

von Carlo Didillon

Wie die Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändert

Unternehmen, Selbstständige und Arbeitnehmer sehen sich immer grösseren Herausforderungen entgegengesetzt. Instabile politische Verhältnisse, Handelskriege, nationale Unruhen und eine nicht enden wollende globale Pandemie stellt unsere Gesellschaft auf eine harte Probe. Doch gerade in diesen Krisenzeiten gibt es einen unglaublichen Geschwindigkeitsschub in der Digitalisierung unserer gesamten Gesellschaft und insbesondere in unserer Arbeitsumgebung.

 

 

Kann sich der Mensch, in der immer schneller werdenden digitalen Transformation, behaupten?

Gerade in der Arbeitswelt erhöht der ständig wachsende Wettbewerb und den daraus resultierenden Begleiterscheinungen wie z.B. der hohe Kostendruck und die ständig wachsenden Informationsflut das Erwartungsprofil des einzelnen Menschen. Immer grössere Leistungsanforderungen an den Einzelnen führen oft zu einer permanenten Überforderung. Diese setzt sich dann im privaten Bereich fort, den auch hier macht der grosse digitale Wandel nicht Halt.

 

Der Mensch ist ein Transformations-Wunder!

Auf der anderen Seite hat die Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass die Menschheit sich bisher aus allen noch so schlimmen Krisen immer wieder befreien konnte und in vielen Fällen sogar positive Entwicklungen herbeiführen konnte. Man denke nur an die Geschichte der letzten 2 grossen Weltkriege von 1914 – 1945. Hier kann man wohl behaupten dass diese Phase zu einer der destruktivsten Zeitspannen in der jüngeren europäischen Geschichte gehörten. Und trotzdem konnte sich die Menschheit aus diesen Fesseln befreien und eine Zeitphase von unglaublichen Wohlstand und langen anhaltenden Frieden erarbeiten.

 

Die Wirtschaftszyklen werden immer kürzer!

Unsere Wirtschaftssysteme wurden seit dem späten 18. Jahrhundert bis heute bereits mehrfach komplett verwandelt und neu ausgerichtet. Von der ersten industriellen Revolution bis zur heutigen 3. Digitalisierungswelle haben sich permanent neue Wirtschaftszyklen gebildet. In unserem momentanen Zyklus kann man nun aber festhalten, dass die Halbwertszeiten der Zyklen immer kürzer werden. Was bedeutet, dass Entwicklungen von heute bereits in wenigen Jahren vollkommen überholt sein werden.

 

Wie sieht unsere Arbeitswelt in der Zukunft aus?

Aufgrund der aktuellen Corona Krise konnten wir bereits spüren wie sich unsere gesamte Arbeitswelt verändert. Auch wenn dies teilweise unfreiwillig geschah, wurde sozusagen aus der Not geboren eine unglaubliche Veränderung der Arbeitswelt faktisch geschaffen. Natürlich betrifft die noch nicht alle Wirtschaftsbereiche, aber man kann die Veränderung überall spüren.

Wo vor wenigen Jahren das Wort „Home-Office“ noch als unproduktive Arbeitsvariante eingestuft wurde, ist es heute aus unserem Leben gar nicht mehr wegzudenken. Natürlich gibt es auch viele Dienstleistungsberufe die man nicht von Zuhause erledigen kann. Aber in allen Wirtschaftsbereichen hat sich der digitale Wandel massiv durchgesetzt. Auch im privaten Bereich funktioniert nur noch wenig ohne digitale Helfer. Ob das Smartphone, das Tablet oder das Notebook ist. Mittlerweile befindet sich in jedem Haushalt ein digitales Gerät. Und dies völlig unabhängig von den gesellschaftlichen Schichten.

 

Unsere Gesellschaft entwickelt sich zu einer riesigen global vernetzten Online-Community!

Soziale Medien wie Facebook und Twitter erobern mittlerweile nicht nur die private Gesellschaft. Kein Unternehmen kann es sich mittlerweile erlauben nicht in diesen Medien präsent zu sein. Waren werden immer häufiger über Onlineshops geordert und sogar Beratungsdienstleistungen werden digital angeboten.

 

Kann unsere Arbeitswelt diese Veränderungsgeschwindigkeit verkraften?

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in der digitalen Wandlung wird sein, ob die Mitarbeiter in einem Unternehmen Ihre Menschen respektvoll in diese neue Welt überführen können. Life-Work-Balance also eine übergreifende Zufriedenheit des Menschen sowohl in der Arbeitswelt als auch in der Gesellschaft und im Privatleben wird ein immer grösserer Faktor.

Ebenso wie die Mitarbeitermotivation und das Teambuilding statt eines immer höher wachsenden Druckes auf den Einzelnen werden essentiell für eine erfolgreiche Zukunft der Arbeitswelt sein.

 

Die Welt der Aufgaben ist zu komplex für „Alleingänger“ geworden!

Erfolgreiche Lösungsansätze brauchen zukünftig interdisziplinäre Teams. Teams, die aus intrinsischer Motivation heraus handeln. Sie gewinnen durch ihr Miteinander und sie verfolgen ein gemeinsam getragenes Ziel. Führung im Sinne von: „Ich sage, wo es langgeht und Ihr setzt es um“ wird zukünftig immer weniger funktionieren, Hierarchiestufen lösen sich auf oder orientieren sich an nachahmungswürdigen Vorbildern. Die Gemeinsamkeit und Kooperationsfähigkeit werden zunehmend wichtiger als der Wettbewerb.

 

Das HEUTE ist ein Auslaufmodell!

Bisher beherrschen Zahlen das Denken der Unternehmensführer. Profit und kurzfristige Performanz-Ergebnisse stehen im Fokus. Gewinne werden hauptsächlich durch falsche Versprechen, schwindende Qualität und Einsparungen auf den Rücken der Mitarbeiter und Verbraucher erzielt. Mitarbeiter müssen funktionieren – oder gehen.

Wertschätzung ist nur was für Weichlinge. Die Folgsamen, Besten oder Härtesten kommen meistens weiter. Egal, wie rücksichtslos sie am Ende sind. Die Interessen der Aktionäre und Profitjäger zählen mehr als die Bedürfnisse der Umwelt oder der betroffenen Menschen.

Die eigenen Machtpositionen werden dabei häufig hart verteidigt und gleichzeitig wird versucht, dem Anderen seinen Stuhl streitig zu machen. Die Hinterlistigsten und Zahlengetriebensten sind bis heute in Spitzenpositionen oft sehr erfolgreich und erhalten Ehrungen und Bonusse. Dabei gestalten sie ihr Leben ohne Rücksicht auf diejenigen, die für sie die „Kohlen aus dem Feuer holen“.

 

Willkommen in der (noch) Realität.

Der gegenseitige Wettbewerb ist auf dem Höhepunkt seiner Umsetzbarkeit angekommen. Er selbst hat den nun bevorstehenden Wandel herbeigeführt.

 

Das MORGEN ist es, das zählt!

Die Umstände ändern sich und auch die Menschen setzen neue Prioritäten.

 

Das Verbraucherverhalten ändert sich.

Verbraucher sind heute besser informiert und erkundigen sich mehr als früher, bevor sie sich für einen Konsum entscheiden. Mogelpackungen sprechen sich schneller herum. Durch die Digitalisierung sind relevante Informationen rund um die Uhr und überall verfügbar. Auch moralisch ist der Trend zu einem nachhaltigen und fairen Konsum deutlich gestiegen. Ein einziger berechtigter Shitstorm kann heute ein Unternehmen empfindlich treffen. Falsche Informationen werden immer schneller entlarvt. Der nächste Anbieter ist nur einen Klick entfernt.


Die Bedürfnisse Mitarbeiter wollen beachtet werden.

Durch die geburtenschwachen Jahrgänge gibt es weniger Fachpersonal als zu bewältigende Aufgaben. Bald wird der Personalmarkt wie leergefegt sein. Der bereits heute bestehende Fachkräftemangel ist nur die Spitze des Eisberges. Corona wirbelt den Arbeitsmarkt vorübergehend noch einmal um. Neue Arbeitskräfte kommen durch Pleiten oder Restrukturierungsmassnahmen kurzfristig wieder auf den Arbeitsmarkt. Doch das ist nur eine vorübergehende Erscheinung.

Zukünftig wird sich der Mitarbeiter immer mehr aussuchen können, in welcher Firma er arbeiten möchte. Die Bedarfspyramide dreht sich – und bald werden sich die Unternehmen bei den Mitarbeitern bewerben müssen und nicht umgekehrt. Dadurch ändern sich auch die Machtverhältnisse, ohne qualifizierte und motivierte Mitarbeiter – kein Wachstum! Zufriedenstellende Arbeitsbedingungen werden wichtiger als die Karriere und Profite um jeden Preis.

Wenn Sie dieser Beitrag interessiert hat, dann freuen Sie sich bereits auf unseren nächsten Artikel. Dort betrachten wir den wahrscheinlich größten Paradigmenwechsel unsere Zeit.

 

Ihr Carlo Didillon

 

Link zum zweiten Artikel "Derzeit entsteht der wahrscheinlich größte Change-Prozess aller Zeiten".    mehr...

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